Die Zwergzebus vom Lindenhof auf Forschungstour

Am heutigen Tag begann unsere Tour bereits 5:30 Uhr. Pierre machte eine Besichtigung auf einem Schlachthof ganz in der Nähe unseres Hotel möglich. Warum wir so früh aufstehen mussten? Ganz einfach. Durch die Hohen Temperaturen am Tag, ist eine Schlachtung der Tiere ausschließlich um diese Zeit möglich.

Die Schlachtung hier in Ambalavao verläuft verhältnismäßig Tiergerecht und sanft. Wir sahen andere Schlachthöfe, welche in deutlich schlimmerem Zustand waren. Die Schlachtung erfolgt teilweise sehr Brutal.

Die Menschen, welche ihre Tiere auf diesen Schlachthof bringen, führen auch die Schlachtung durch. Das Fleisch wird anschließend auf dem Markt verkauft. Wir sahen Polizisten. Die 2 kontrollierten die Pässe der Zebus und schauten, ob alles seinen richtigen Weg geht.

Am heutigen Tag wurden 8 Zebus und 20 Schweine geschlachtet, welche die ganze Stadt versorgen sollten. Die Haare der Schweine werden nicht wie bei uns mit heißem Wasser entfernt, sondern abgebrannt und anschließend mit dem Messer abgeschabt.

Nach ca. 1 Stunde traten wir unsere Tour in Richtung Antsirabe an.

Auf dem Weg dort hin begeneten wir einigen Menschen, welche aus Granitfelsen Schotter in mehreren Arbeitsschritten schlugen. Wir erfuhren, dass diese harte Arbeit lediglich 1,50 € am Tag einbringt. Auf dem Bild ist ca. 1qm Schotter, welcher umgerechnet 7 € kostet. Hierfür haben sie 3 Tage benötigt.

Natürlich bekamen auch diese Armen Menschen ein paar Süßigkeiten, Stifte und Zahnbürsten von uns.

Wir setzten unsere Reise fort. Der nächste Stopp war in Ambositra. Richard, unser Fahrer, organisierte uns eine private Rodeo ( Savika) Vorstellung. Normalerweise wird diese jeden Samstag in einem abgeschlossenen Bereich abgehalten, wobei Fotos und Videos strengstens verboten sind. Wir hatten natürlich eine Genehmigung.

Diese Tradtion hat uns besonders beeindruckt.

Das Ziel dieses Spiels ist es, das Zebu so lang wie möglich am Hals zu packen. Nicht selten werden größere Verletzungen davongetragen. Nach ca. 1 Stunde waren die Zebus sichtlich geschafft und hatten keine Lust mehr.

Wir setzten also unsere Tour nach Antsirabe fort. Kennt ihr noch die Holzmanufaktur? Bei der Besichtigung am Dienstag tauschten wir unsere Visitenkarten. Fortuna, der Besitzer der Manufaktur, machte uns einen grandiosen Vorschlag. Er sah unser Logo auf der Karte und fragte uns, ob wir dies aus Holz und Zebu Horn hergestellt haben möchten.

Ohne zu zögern folgten wir seinem Vorschlag, uns kamen jedoch einige Zweifel, da wir keinerlei Infos über unsere Vorstellung daließen.

Als wir das fertige Produkt sahen, waren wir sprachlos. Fortuna hat unsere Vorstellungskraft übertroffen. Solch perfekte Arbeit zu einem angenehmen Preis wird man in Deutschland kaum finden.

Nach langen Gesprächen und vielen Danksagungen mussten wir dann aber unsere Reise nach Antsirabe fortsetzen.

Das wahre Leben Madagaskars findet man nicht in der Stadt, sondern auf den Dörfern, der Straße und auch am Wegesrand. Unbeschreiblich harte Arbeit und große Armut prägen hier das Leben der Malagasy’s.

Wir trafen auf eine Tonfabrik am Straßenrand. Die Menschen hier, wie immer, unglaublich freundlich.

Nachdem der Ton abgebaut, eingeschlämmt und in Form gepresst wurde, liegt der Stein ca. 2 Tage zum Trocknen. Danach werden große Blöcke gebaut. In die Zwischenlagen werden die Schalen der Reiskörner gefüllt.

2 Wochen lang glimmt nun der Füllstoff. Danach sind die Steine fertig zum Verkauf. Ein Stein wird für ca. 50 Ariary (ca. 2 Cent) verkauft. Da die inneren Steine des Quaders fester und qualitativ besser sind, erzielt man für diese geringfügig mehr.

Nachdem wir in Antsirabe angekommen und unser Hotel bezogen haben, besuchten wir das beste Käse Restaurant, so Pierre. Hier probierten wir eine Spezialität. Eine Kombination zwischen Zebu – Filet und Käse. Wirklich köstlich.

Wir haben schon sehr viele Rezepte und neue Ideen kennenlernen dürfen. Darüber werden wir aber später berichten.

Wissenswertes:

– Das Zebu wird auf Malagasisch Omby genannt

– Durch die instabile Politik und die Gefahr eines Bürgerkrieges zahlt sich ein
Unternehmen auf längere Zeit nicht aus. Kaum ein Malagasy besitzt ein Konto eine
Bank, da diese mit 20 % Zinsen beaufschlagt werden. Pierre erzählte uns von einem
Hotelbetreiber an der Westküste, welcher 6 Hotels hatte. Beim Neubau eines
Weiteren Hotels gab es mehrer Angriffe auf Touristen. Seit dem kamen keinerlei
Touristen mehr und er musste sein Unternehmen schließen.

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